Chemsex ist ein Phänomen der aktuellen schwulen Kultur und der Begriff außerhalb unserer Community nicht wirklich weit verbreitet. Wenn man das Wort im Duden sucht, wird man gefragt, ob man vielleicht Chemise (Damenunterwäsche) oder Chemose (Bindehautödem) meint. Der Begriff bezeichnet schlicht den Konsum von Substanzen (Chems für Chemikalien) im Zusammenhang mit Sex. Darunter fallen vor allem synthetisch hergestellte Stoffe wie etwa Crystal Meth, Ketamin oder GHB/GBL.
Oft wird übersehen, dass schwule Männer Drogen beim Sex nicht einfach nur nehmen, weil es geiler wäre, sondern weil es ihnen ermöglicht, Hemmungen zu überwinden und sich fallen zu lassen.
ABER
Wie bei allen Aspekten von schwuler Gesundheit geht es darum, das eigene Verhalten einschätzen zu können. Dabei sollten moralische Fragen keine Rolle spielen. Niemand ist charakterschwach, weil er vor und während des Dates oder der Session etwas einwirft. Es geht vielmehr um die Umstände, unter denen ich das tue, und die Frage, ob es andere Bereiche meines Lebens aus der Balance bringt.
DAHER
In einer idealen Welt würden wir keine Drogen brauchen, um uns hemmungslos hingeben zu können. Bis wir aber an diesem Punkt sind, müssen wir gut aufeinander aufpassen.