„Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt.“ So lautet zumindest eine ziemlich ausgelutschte Binsenweisheit. Denn es klingt, als ob sich im Business seit der Altsteinzeit nichts mehr verändert. Dabei ist die Sexarbeit – wie wir heute korrekterweise sagen – ständig und dauerhaft allen möglichen Veränderungen ausgesetzt. Von der digitalen Vermarktung im Internet über ein komplettes Berufsverbot während der Pandemie bis hin zur Debatte um eine Kriminalisierung von Freiern nach dem Nordischen Modell.
Die Grenzen zur Pornografie sind dabei fließend. Die klassische Industrie mit Videokassetten und DVDs gibt es schon lange nicht mehr, vielfach wird X-rated Content in Eigenregie für Plattformen wie „OnlyFans“ produziert. Das gibt den Darstellern auf den ersten Blick mehr Selbstbestimmung. Wie aber die Zukunft angesichts der Präsenz von KI in nahezu jedem Bereich unseres Alltags aussieht – von künstlichen Darstellern bis hin zu interaktiven Avataren – vermag niemand zu sagen.
ABER
Fakt ist hingegen, dass männliche und trans Sexarbeiter, Stricher und Escort Boys mit ihren Anliegen und Bedürfnissen oft nur am Rande vorkommen. In der öffentlichen Debatte ebenso wie in der Sozialarbeit, der Gesundheitsversorgung – auch in Teilen der Community.
DAHER
Wenn Sexarbeit das älteste Business der Welt ist, dann haben auch die Männer in diesem Gewerbe ein Recht auf Schutz, Aufklärung und gesundheitliche Betreuung.