Der Reformator und Theologe Martin Luther soll Liebe als „die innige Zuneigung eines Wesens zu einem anderen“ definiert haben. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Wäre da nicht die hartnäckige Verschwörungstheorie, dass Liebe nur zwischen Mann und Frau möglich und alles andere nur eine sündige Verirrung sei.
Lange Zeit waren hierzulande nicht nur gleichgeschlechtliche Partnerschaften und sexuelle Handlungen verboten, sondern schon die Äußerung von Liebe und Zuneigung mit großen Risiken verbunden. Das ist glücklicherweise zumindest juristisch mit den Reformen des Sexualstrafrechts vorbei.
ABER
Der Ausdruck Liebe geht zurück auf einen alten indogermanischen Wortstamm für begehren, und Liebe geht oft einher mit körperlichem Verlangen. Spätestens an diesem Punkt kann es nach wie vor schwierig werden, wenn nämlich die Gefühle nicht erwidert werden. Das kann viele Gründe haben, vor allem individuelle Präferenzen wie Aussehen, Körperbau und Alter (die Suchfilter in den Dating-Apps sind nahezu unendlich). Ein gewisses Risiko beinhaltet die Liebe also immer.
DAHER
Wir sollten jedem, dessen Gefühle wir nicht erwidern können oder wollen, mit Respekt begegnen. Nicht nur, weil jede Äußerung von Liebe auch Mut bedeutet, sondern auch weil wir im nächsten Moment schon in derselben Situation sein könnten.