Mit dem zunehmenden Einfluss von Dating-Apps ist die Tradition des Cruisens fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Wie ein Kreuzfahrtschiff in der Karibik folgt man dabei bewährten Routen auf der Suche nach den schönsten Momenten und unvergesslichen Erinnerungen. Vielleicht etwas weniger mondän als in der Außenkabine mit Balkon und Captain's Dinner, aber mindestens genauso aufregend.
Cruising nennt man die Suche nach Sex mit anderen Männern im öffentlichen Raumo oder im Darkroom. Begegnungen in abgelegenen Ecken von Grünanlagen, öffentlichen Toiletten und auf einschlägigen Autobahnparkplätzen sind DER Unique Selling Point schwuler Sexkultur, auf den heterosexuelle Männer mitunter ungläubig bis neidisch reagieren.
Aber es gibt einen ernsten Hintergrund: In Zeiten, in denen eine gelebte Sexualität zwischen Männern im Rahmen des § 175 strafbar war, waren die genannten Orte die einzigen, an denen Intimität überhaupt möglich war.
Heute, 57 Jahre nach der ersten Reform des Sexualstrafrechts, ist Cruising für den einen oder anderen immer noch der ultimative Kick. Es geht dabei nämlich nicht nur um spontanen und anonymen Sex: Je nach Präferenz und Tageszeit kann man in der Dämmerung der Lust gar nicht so genau sehen, mit wem man es gerade zu tun hat.
ABER
Auch hier gilt es, die Risiken realistisch einzuschätzen.
DENN
Auch wenn man im Dunkeln das Kleingedruckte nur schlecht lesen kann, gelten nach wie vor die Geschäftsbedingungen des Safer Sex 3.0.